Kampo – Medizin

Eine japanische Weiterentwicklung der chinesischen Phytotherapie ist die Kampo-Medizin.
Der Begriff „kampo“ bedeutet soviel wie „chinesische Rezepte“.
Etwa im 5. Jahrhundert n. Chr. erreichten chinesische Heilkräuter Japan.
Später entwickelten japanische Medizinschulen über Jahrhunderte einen eigenen Stil in der Zubereitung und Verabreichung der Kräuter.
Japan war aufgrund seiner geografischen Situation (Insel, relativ geringe Anbaufläche) schon immer angewiesen auf den Import der Drogen („Droge“ bedeutet ursprünglich „getrocknetes Kraut“), insbesondere aus China.
Dies führte zu einer Verbesserung der pharamazeutischen Aufarbeitung, z. B. der Schnitt-Technik, so dass die Wirkstoffe besser herausgelöst werden können und daher mit der gleichen Menge Kraut ein besserer Wirkungsgrad erzielt wird.
Die Heilpflanzen japanischer Hersteller durchlaufen zudem eine strenge eigenbetriebliche und staatliche Konrolle, insbesondere hinsichtlich der Überprüfung von Rückständen der modernen Anbaumethoden unter Verwendung von Düngemitteln, Insektiziden, Herbiziden usw. Denn der japanische Verbraucher ist äußerst anspruchsvoll, was die Qualität betrifft. Es erfolgt eine erneute Kontrolle durch den Importeur in Europa bevor die Heilkräuter an hiesige Apotheken freigegeben werden. Drogenverwechslungen, schlechte Qualität oder Verunreinigungen sind bei japanischen Produkten so gut wie ausgeschlossenen.
(Eberhard, 2003)
Bei der Kampo- Medzin werden immer Kräutermischungen verwendet. Dabei handelt es sich um bewährte Rezepturen, die in Japan bereits seit 1976 von der Nationalen Krankenversichung offiziell erstattet werden.
Für einige Rezepturen gibt es abgeschlossene klinische Studien hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, z. B. zur Behandlung der diabetischen Neuropathie (Reissenweber et al., 2001) oder auch der Verbesserung der Symptomatik bei Demenz (Nakagawasai et al., BehavBrainRes., 2007)
Für ältere Menschen ist die milde Wirkung der Kampo – Medzin besonders geeignet (s. Anwendungsgebiete).